28.03.2019

Fach Politik/ Sozialwissenschaften

Schüler diskutieren über Urheberrecht, Klimaschutz und Co.

Foto: Politiker Michael Thews (SPD, vorne links) und Dennis Radtke (CDU) stehen Selmer Gymnasiasten Rede und Antwort.

Politiker Michael Thews (SPD, vorne links) und Dennis Radtke (CDU) stehen Selmer Gymnasiasten Rede und Antwort. – Bild: Mona Wellershoff

Dieser Artikel ist ein Pressebericht der Ruhr Nachrichten über das SGS. ruhrnachrichten.de/selm

Anlässlich des EU-Projekttages stellten sich die Politiker Michael Thews und Dennis Radtke den Fragen der Selmer Schüler. Die Jugendlichen sehen die EU eher positiv, äußern aber auch Kritik.

Direkt beim Betreten des Forums des Städtischen Gymnasiums Selm fällt sie ins Auge: die große, blaue Flagge mit dem Kreis aus zwölf Sternen. Außerdem Ballons jeweils links und rechts neben der Bühne mit dem gleichen Motiv. An diesem Montag steht für die Schule alles unter dem einen Motto: Europa. Bald ist es wieder so weit – die Europawahl steht am 26. Mai an. Zudem sind am 5. und am 9. Mai die offiziellen Europatage, und am 25. März war der sogenannte EU-Projekttag für Schulen. Bereits zwölfmal fand er statt und soll den Schülern und Schülerinnen deutschlandweit den Gedanken Europas nahebringen.

Lehrer Florian Mersch sagt, dass der Europatag im Selmer Gymnasium immer gefeiert wird, beispielsweise durch Präsentationen. Der EU-Projekttag sei allerdings eine Premiere gewesen. Bundestagsmitglied Michael Thews sei auf die Schule zugegangen und habe eine Kooperation angeboten. „Da sagt man natürlich nicht nein“, so Mersch. Die Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe zwölf hätten sich laut Mersch drei Wochen lang in den Fächern der Gesellschaftswissenschaften mit komplexen politischen Themen wie Urheberrecht, Brexit, Umweltschutz und Asylpolitik auseinander gesetzt.

Ihr Fachwissen stellen zum Beispiel vier Schüler nach Besichtigung der Plakate in einer Debatte dar. Ihre Streitfrage: „Sollte die Zeitumstellung EU-weit abgeschafft werden?“. Nach dem Debattieren gibt Bundestagsabgeordneter Michael Thews den Jugendlichen Tipps und Rückmeldung. Außerdem erfahren sie auf Nachfrage die Meinung des Europaabgeordneten Dennis Radtke: „Die einstige Hoffnung, durch die Zeitumstellung Energie sparen zu können, hat sich nicht bewahrheitet, deshalb gehört sie abgeschafft“.

Auf die Schülerdebatte folgt eine offene Diskussionsrunde. Dabei fallen nicht nur Lob und vorsichtige Fragen. Die Schüler kritisieren beispielsweise den umstrittenen Tweet eines CDU-Abgeordneten: „Wenn amerikanische Konzerne mit massivem Einsatz von Desinformationen und gekauften Demonstranten versuchen, Gesetze zu verhindern, ist unsere Demokratie bedroht.“. „Ich sehe die Demokratie eher bedroht, wenn solche Aussagen gemacht und Menschen als ,gekaufte Demonstranten‘ betitelt werden“, äußert ein Schüler sich ganz deutlich.

Die Antwort des CDU-Politikers Radtke: „Diese Formulierung ist extrem ungünstig, aber ich unterstütze die Kernaussagen meines Kollegen.“ Des Weiteren kritisieren die Schüler, dass in der Politik hauptsächlich geredet und nicht gehandelt werde. Radtke ist der Meinung: „Demokratie ist sehr anstrengend und braucht viel Zeit, weil jedem eine Stimme gegeben und jeder mit eingezogen wird“.

Die Schülerinnen Almira Alijaj, Emelie Godelmann, Hanna Ziebart, Anna-Lena Baumeister und Lynn Olthaus aus der elften Jahrgangsstufe haben die Diskussion mit verfolgt und finden es gut, dass die Politiker ihre Meinung klar und deutlich vertreten. Die aktuellen Themen und die verschiedenen Sichtweisen seien sehr interessant gewesen. Für die Fünf steht der Begriff EU unter anderem für: „Gemeinschaft, Zusammenhalt, Unterstützung und Nützlichkeit“.

Dennis Radtke betonte, wie wichtig es sei, wählen zu gehen, um die Demokratie zu stärken. Dabei verwies er auf die Gefährdung etwa durch die aktuelle Politik durch die „Fünf Sterne Bewegung“ in Italien, den Front Nationale in Frankreich, aber auch durch die AfD in Deutschland.

„Natürlich“, ist die eindeutige Antwort des Erstwählers Laurenz Maurer auf die Frage, ob er wählen gehen würde. Der 18-jährige Schüler sagt: „Es gibt so viele radikale Mächte momentan in der Politik und es darf nicht passieren, dass diese mehr Macht bekommen“.

Mitschüler Vangeli Safralis unterstreicht die Bedeutung der Wahl. Er sagt aber auch, er stehe der momentanen EU kritisch gegenüber. „Ich finde die EU ist ein veraltetes Modell. Es gibt zu viele große Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ländern. Es wäre meiner Meinung nach hilfreich, mehr gemeinsame Nenner zu finden und sich klar von Ländern, die die EU-Richtlinien nicht einhalten, wie der Türkei oder Ungarn, zu distanzieren.“

So endet der EU-Projekttag nach angeregten Diskussionen und Debatten und mit der Aufforderung der beiden Politiker: „Informiert euch, geht wählen und stimmt für demokratische Parteien, die für die EU sind.“ Außerdem sagt Michael Thews zum Abschied: „Und bleibt so kritisch!“

28.03.2019 · Ruhr Nachrichten (Mona Wellershoff)

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