24.10.2026
Antisemitismus-Workshops der 10. Klassen in Selm-Bork

Seminar in der Alten Synagoge in Bork. – Bild: Maxim Lindenbaum
Einen ganz besonderen Lerntag verbrachten die 10. Klassen unserer Schule Anfang September in Selm-Bork. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit Judenfeindlichkeit sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Die Schülerinnen und Schüler sollten antisemitische Haltungen und Handlungen einordnen, mit demokratischen Werten vergleichen und kritisch beurteilen lernen.
Historischer Stadtrundgang durch Bork
Den Auftakt bildete ein Rundgang durch den Borker Ortskern mit Frau Manon Pirags von der VHS (FOKUS-Büro). Dabei lernten die Jugendlichen die Geschichte mehrerer jüdischer Familien kennen, darunter die der Geschwister Lewin. Die Gruppen besuchten die Standorte ihrer ehemaligen Wohnhäuser und betrachteten die Stolpersteine, die heute an das Schicksal der Verfolgten erinnern.
Besonders anschaulich wurde der Rundgang durch zahlreiche Originalquellen: Fotos, Katasterauszüge, Aktennotizen, Briefe und Augenzeugenberichte machten die Geschichte greifbar und zeigten, dass es sich um reale Menschen aus der eigenen Nachbarschaft handelte, nicht um abstrakte historische Vorgänge.

Bild: Maxim Lindenbaum
Seminar in der Alten Synagoge
Im zweiten Teil des Tages ging es in der Alten Synagoge weiter. Hendrik Oberhag vom LWL führte dort durch ein Seminar, das den Blick auf die Gegenwart richtete. Nach einem informierenden Einstieg zum Thema Antisemitismus heute sahen die Schülerinnen und Schüler einen Film mit aktuellen Erfahrungsberichten Betroffener.
Anschließend arbeiteten die Jugendlichen in Kleingruppen an Fallbeispielen und entwickelten daraus Handlungsoptionen: Wie kann man reagieren, wenn man antisemitischen Äußerungen oder Übergriffen begegnet? Zum Abschluss positionierten sich alle an einer Meinungslinie zu verschiedenen Aspekten des Themas und machten so ihre eigene Haltung sichtbar und diskutierbar.

Bild: Maxim Lindenbaum
Insgesamt konnte der Tag auf besondere Weise aktuelle Problemlagen und das Weltgeschehen mit der Selmer Lokalgeschichte verbinden. Es wurde sehr deutlich, dass Judenfeindlichkeit kein fernes Thema ist, sondern eine Herausforderung, der wir uns auch heute stellen müssen.
Wir danken Frau Pirags und Herrn Oberhag herzlich für die engagierte und eindrucksvolle Gestaltung der Workshops!