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16.05.2008 – Literaturkurs 12

Premiere von Dürrenmatts Alter Dame

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel am 16.05.2008 veröffentlicht wurde. Die Informationen im Text entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Judith Wüllhorst überzeugte mit ihrer Darstellung der „alten Dame“. Der Literaturkurs der 12. Jahrgangsstufe des Selmer Gymnasiums präsentierte am Donnerstag im Forum „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt. Eine beeindruckende Premiere.

„Ich kann mir Gerechtigkeit leisten,“ verkündet die „alte Dame“ den zunächst fassungslosen Güllener Bürgern. Sie zahlt der Stadt eine Milliarde Euro für den Mord an Alfred Ill, ihren früheren Liebhaber. Rachsüchtig und berechnend führte Claire Zachanassian das Dorf in den Bankrott, in dem sie alle Wirtschaftsunternehmen aufkaufte und still legte. So, am Existenzminimum vegetierend, konnten und wollten die „ehrbaren“ Bürger dieses unmoralische Angebot nicht ignorieren.

Alfred Ill nahm sein Schicksal hin. „Vor Freude gestorben an Herzversagen,“ bescheinigt der Arzt seinen Tod. In Körpersprache und Ausdruck hatte Judith Wüllhorst ihre Rolle sehr gut verinnerlicht. Mit ihr fand Thomas Leitheiser, der Regie führte und gleichzeitig für einen erkrankten Spieler einsprang, die richtige Besetzung.

Seit November probten die 29 Schülerinnen und Schüler und „opferten“ für einen guten Erfolg sogar schulfreie Tage. „Ich bin sehr stolz auf meine Truppe,“ sagte Leitheiser, der diesen Einsatz sehr hoch einschätzte. Und noch ein dickes Lob folgte: „Das ist der beste Kurs, den ich geleitet habe!“ Viel Text war bei diesem Theaterstück für alle zu bewältigen, besonders für Fabian Hillmeister, der die tragische Rolle des Alfred Ill übernahm. Die Besetzung war auch mit ihm gut gewählt.

In seiner Mimik ließ sich sehr gut die anfängliche Ahnungslosigkeit, der Einsicht und Reue folgt bis zu Panik und Resignation ablesen. Komische Szenen boten sich bei der Darstellung des Konradsweilerwaldes. Hinter zwei Holzfichten stehend, behaupteten die drei Darsteller, der Wald zu sein mit Specht, Kuckuck und Reh, das dann auch noch ausbrach und quer über die Bühne lief. Das machten sie mehrere Male während der Aufführung und sorgten damit für humoristische Zwischeneinlagen. Das Stück in drei Akten erhielt nur eine minimalistische Bühnenausstattung. Einigen Szenen hätten jedoch detailgetreue Requisiten besser getan. Mit diesem Stück nimmt das Selmer Gymnasium am „1. Lüner Schultheater-Wettbewerb“ teil, der vom 2. bis 6. Juni im Hilperttheater stattfindet.

16.05.2008, Ruhr Nachrichten (Antje Pflips)

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Dieser Artikel ist ein Pressebericht über das SGS aus dem Lokalteil der Ruhr Nachrichten.

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