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15.06.2002

„Bewegen Sie sich bitte“

Foto: Zeugnisvergabe für den Abijahrgang 2002

Zeugnisvergabe für den Abijahrgang 2002 – Bild: gymnasium-selm.de (dk)

Dieser Artikel ist ein Pressebericht der Ruhr Nachrichten über das SGS. ruhrnachrichten.de/selm

„Fließendes Wasser fault nicht.“ Mit diesem chinesischen Sprichwort verabschiedete Ulrich Walter, Leiter des Gymnasiums, die Abiturientia. Er ergänzte: „Deshalb bewegen Sie sich bitte.“

In seiner Ansprache setzte sich der Schulleiter mit aktuellen Fragen der Bildung und Gesellschaft auseinander. Im Wandel seien die politischen und ökonomischen Bedingungen, was fortgesetzt auch einen Wandel des sozialen Umfeldes zur Folge habe. „Das deutet nicht auf eine Verbesserung der Lebenssituation des Einzelnen, sondern auf eine Weiterung der Schere zwischen den sozialen Gruppierungen hin.“ Der Erfolg des Einen werde nicht selten zur Ausgrenzung des Anderen. Ideologische Verblendung und Fanatismus, aber auch Unterdrückung und Unrecht führten in eine Spirale der Gewalt, die sich verabscheuungswürdig am 11. September in New York offenbart habe.

„Der Wandel in den Gesellschaften erfolgt nicht immer in der gebotenen sozialen Verantwortung.“ Schulen würden in verstärktem Maße gefordert, Veränderungen zu initiieren. Das Reden zum Beispiel über eine verkürzte Schulzeit sei vordergründig auf ein Bildungsverhältnis abgehoben, dass da meine, Bildung sei zuerst und allein für den Gelderwerb da. „Die Schule also als Eintrittskarte zur gehobenen Gesellschaft, zum Sieg im Wettbewerb.“

Rahmenbedingungen sorgten schon in der Schule für verschärften Wettbewerb. Kein Schüler könne den Parameter des Wettbewerbs beeinflussen, geschweige denn mitbestimmen. Ulrich Walter stellte die Frage, ob die Zuwachsratengesellschaft das Modell der Zukunft sei. Warum würden viele Menschen ablehnend und aggressiv auf ihren Alltag reagieren? Wie habe es zu dem Ereignis in Erfurt kommen können? Wie lasse sich der nicht zu übersehende Werteverfall aufhalten? „Aus pädagogischer Sicht liegt der Lösungsschlüssel für die dargestellten Probleme im Begriff der Bildung selbst.“ Das Abitur sei ein Grund zum Stolz, aber es bedeute auch die Fähigkeit zum qualifizierten Zweifel. „Es ist mein Wunsch, dass Sie von dieser Fähigkeit reichlich Gebrauch machen.“

Für die Abiturientia bedankte sich Christian Strickling bei allen, die sie unterstützt hätten. Ein besonderer Dank galt der Beratungslehrerin Meike Schmidt, „der Mutter der Stufe“. Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeisterin Marie-Lis Coenen, Glückwünsche aller Eltern die Schulpflegschaftsvorsitzende Hannelore Palm.

Abi-Jahrgang 2002

15.06.2002 · Ruhr Nachrichten (HTW)

 

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