Städtisches Gymnasium Selm

Städtisches Gymnasium Selm – Das SGS. Schule mit Profil.

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Berufsorientierung in der Sekundarstufe II

Lehrer

Das Konzept der Sekundarstufe II (SII) hingegen richtet sich vornehmlich auf den überfachlichen Bereich der Berufsorientierung, ein Seitenblick soll allerdings auch auf fachliche und durch Arbeitsgemeinschaften entwickelte Kompetenzen fallen. Dem überfachlichen Aspekt soll vor allem dadurch Rechnung getragen werden, dass die einzelnen Elemente des Konzepts sinnvoll zu verzahnen sind, um das Arbeitsfeld der Berufsorientierung für die SuS über die gesamte Schullaufbahn präsent und in seinem Zusammenhang unter professioneller Anleitung individuell analysierbar zu machen und dadurch, dass eine Evaluation des Konzepts erfolgt.

Das Portfolio

Als ein Instrument zur Evaluation von individuellen Lernfortschritten, die im Zusammenhang der Berufsorientierung auch als Grundlage der Selbst- bzw. Fremdanalyse durch externe Partner dienen könnte, hat sich auch an Schulen die Portfolioarbeit durchgesetzt.

Das Portfolio soll den SuS erstens helfen, die einzelnen Elemente der Berufsorientierung durch Schule und externe Partner zu sammeln und greifbar machen, zweitens als Analyseinstrument dazu dienen, individuelle Lernschritte innerhalb der Orientierung auf die Berufs- bzw. Studienwahl festzustellen und zu reflektieren und drittens als Möglichkeit zu verstehen sein, die Kompetenz Eigenverantwortung der SuS zu fördern.

Das Portfolio soll dementsprechend mehrere Kapitel beinhalten:

  • Den Nachweis über die Teilnahme an der Veranstaltung „Schülerpotenzialanalyse“ und Protokolle der Auswertungsgespräche mit den Trainerinnen und Trainern.
  • Protokolle und Materialien der auf dieser Grundlage vorbereiteten Teilnahme an der „Berufsbörse“ und der Veranstaltung „Studienpraxis“, die um die dort erworbenen Informationen ergänzt werden sollen.
  • Teilnahme am „Bewerbungstraining“ als Leitfaden für das Schreiben von Bewerbungen und die Teilnahme an unterschiedlichen Bewerbungsverfahren.
  • Veranstaltungen an und Informationen über Universitäten, u.a. den Hochschultag in Münster.
  • Veranstaltungen der Berufsberatung, die über Berufsbilder, das ZVS-Verfahren u.Ä. informiert.
  • Den Nachweis über individuelle Gesprächstermine mit den Berufsberatern der Agentur für Arbeit.
  • Das auf der Grundlage der bisherigen Beratungen und Informationen durchgeführte Berufspraktikum (Praktikumsmappe) und andere, freiwillige Praktika.
  • Sprachnachweise, Computerkurse, sonstige Nachweise über außerschulische und außerunterrichtliche Veranstaltungen.
  • Einen Abschlussbericht, der aus Sicht der SuS die durch die Gesprächstermine, Veranstaltungen und Praktika erzielten Lernfortschritte sichtbar macht.

Das Portfolio soll Vorlagen für jedes Kapitel enthalten, die es den SuS ermöglichen, die individuellen Lernleistungen zu festzuhalten und zu analysieren.

Eingesetzt werden soll das Instrument des Portfolios erstmals zum Ende des ersten Halbjahres des Schuljahrs 2010/11 für die beiden Jahrgangsstufen, die ihre Schullaufbahn in der SII beginnen.

Um die SuS in die Arbeit mit dem Portfolio (aber auch in das Konzept der Berufsorientierung) einzuführen, erscheint es sinnvoll, eine zweistündige Einführungsveranstaltung anzusetzen. Über die anzufertigenden Protokolle, Zwischenberichte und den Abschlussbericht sollen die SuS in den Dialog mit den Beratern der Agentur für Arbeit, mit ihren Fachlehrerinnen und Fachlehrern und den Trainerinnen und Trainern anderer externer Partner kommen.

Elemente der Berufsorientierung

Potenzialanalyse

Wegen der zahlreichen und grundlegenden Veränderungen im Bildungssystem (z.B. Schulzeitverkürzung, Zentralabitur, neue Hochschulabschlüsse) wird es für die Schulform Gymnasium immer wichtiger, durch eine professionelle Beratung der SuS auch auf die Anforderungen der Wirtschaft zu reagieren. Deshalb wurde beginnend im Frühjahr 2010 eine Kooperation mit dem thimm- Institut für Bildungs- und Karriereberatung (www.ibk-thimm.de) eingegangen, das auf freiwilliger Basis eine Potenzialanalyse mit den SuS der Jahrgangsstufe 11 (entspricht Jahrgangsstufe 10 bei G8) durchführt.

In diesem Testverfahren werden die Fähigkeiten im rechnerischen, sprachlichen, naturwissenschaftlichen, fremdsprachlichen, räumlichen und logischen Denken, aber auch soziale Kompetenzen eruiert. Das Testergebnis wird mit dem Schüler und seinen Eltern individuell besprochen und eine „Karriereplanung“ in Form einer Liste von Schritten entwickelt, die die SuS in den folgenden Monaten durchlaufen sollten und die sich auf die Studien- und Berufswahl bezieht. Die Trainerinnen und Trainer des Instituts stehen den SuS als Ansprechpartner auch über das individuelle Beratungsgespräch zur Verfügung.

Berufsbörse

Innerhalb des SGS- Konzepts zur Berufsorientierung in der Sekundarstufe II nimmt die seit vielen Jahren an unserer Schule beheimatete Veranstaltung „Berufsbörse“ eine zentrale Position ein. Die Berufsbörse bietet den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 (entspricht Jahrgangsstufe 10 bei G8) die Möglichkeit, unterschiedliche Berufsbilder aus den verschiedenen Wirtschaftsbereichen kennenzulernen.

Neben einigen festen Kooperationspartnern aus dem Bereich des Öffentlichen Dienstes setzt das SGS- Konzept dabei auf die Unterstützung der Schülereltern, die den Schülerinnen und Schülern die Unternehmen, in denen sie tätig sind, ihre Berufsbiographien und ihre eigenen Unternehmen vorstellen und ihnen damit grundlegende Informationen aus erster Hand geben und somit zu einer gelingenden Berufswahl beitragen können. Auf der Berufsbörse können sich aber auch Universitäten und Fachhochschulen und Unternehmen präsentieren.

Die Zertifizierung im Rahmen des Portfolios soll ab dem Schuljahr 2010/11 durch den Nachweis von mindestens drei Berufsgesprächen erfolgen.

Studien- und Berufspraxis

Auch die Veranstaltung „Studienpraxis“ richtet sich an die SuS der Jahrgangsstufe 11 (entspricht Jahrgangsstufe 10 bei G8). Sie soll als eine verpflichtende Abendveranstaltung im zweiten Drittel des zweiten Schulhalbjahres (April) stattfinden.

In Anlehnung an die Veranstaltung „Berufsbörse“ sollen die SuS die Möglichkeit erhalten, Einzel- oder Gruppengespräche mit ehemaligen SuS des SGS zu führen, die momentan ein Studium absolvieren bzw. sich in einer Ausbildung befinden. Außerdem könnten Vertreter von interessierten Universitäten teilnehmen, um über ihre Studien- und Abschlussmöglichkeiten zu informieren.

Diese Veranstaltung soll im Schuljahr 2010/11 das erste Mal stattfinden. Allerdings soll sie in diesem Schuljahr aufgrund des Doppeljahrgangs in die Berufsbörse integriert werden, um für 190 SuS eine ausreichende Anzahl an Gesprächspartnern anbieten zu können.

Bewerbungstraining

Innerhalb der Sekundarstufe I werden wichtige Kompetenzen zum Thema Bewerbung im Deutsch- und Englischunterricht erarbeitet (Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsgespräch). Es zeigt sich aber vielfach, dass SuS vor allem im Bereich des Anlegens einer Bewerbungsmappe, in der über das Anschreiben und den Lebenslauf hinaus Zeugnisse und Bescheinigungen und vor allem ein professionelles Design erwartet werden, nicht hinlänglich kompetent erscheinen. Darüber hinaus erscheint es gerade vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung nicht möglich, im Deutschunterricht auch über verschiedene Bewerbungsverfahren bzw. Fristen zu informieren und unterschiedliche Gesprächsformen (Einzelgespräch, Gruppengespräch, Assessmentcenter etc.) intensiv einzuüben.

Deswegen erscheint es sinnvoll, den SuS der Jahrgangsstufe 12 (entspricht Jahrgangsstufe 11 bei G8) in Form einer oder mehrerer Veranstaltungen die Möglichkeit zu bieten, sich über unterschiedliche Bewerbungsverfahren, das Anlegen einer Bewerbungsmappe zu informieren und unterschiedliche Gesprächsformen kennen zu lernen und einzuüben.

Auch bei dieser Veranstaltung wird auf Grund der Qualifikation der Referenten auf externe Partner zurückgegriffen:

Seit dem Schuljahr 2009/10 bietet die Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Lünen ein zweistündiges Bewerbungstraining am SGS an, das bei den SuS auf reges Interesse gestoßen ist. Diese Zusammenarbeit soll deshalb weitergeführt werden.

Im Schuljahr 2010/11 wird versuchsweise die Barmer GEK ein umfangreicheres Bewerbungstraining am SGS durchführen, welches für die SuS kostenfrei bleibt. Als ein Nachteil dieser Form ist aber sicherlich die mangelnde Unabhängigkeit der Unternehmen zu bedenken.

Andererseits könnten über den FoKus Trainerinnen und Trainer gewonnen werden, die ein solches Bewerbungstraining durchführen könnten. Diese Form des Bewerbungstrainings wäre allerdings nicht kostenfrei. Bis zum Schuljahr 2011/12 soll über eine potenzielle Zusammenarbeit in diesem Bereich entschieden werden.

Hochschultag

Der von vielen Universitäten durchgeführte Tag der Offenen Tür wird von den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 des SGS seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit den Jahrgangsstufenleitern durchgeführt. Dabei hat sich die Wilhelms- Universität Münster als Kooperationspartner bewährt.

Der Hochschultag in Münster wird von den SuS vor allem deshalb positiv angenommen, weil dort ein breites Spektrum an Fachgebieten sich vorstellt und die SuS die Möglichkeit erhalten, mehrere Fachgebiete zu erkunden.

Vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung wird empfohlen, diese Veranstaltung künftig in der Jahrgangsstufe 11 durchzuführen.

Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit

Über die gesetzliche Rahmenvereinbarung zwischen SGS und Agentur für Arbeit über die Veranstaltung „Wege nach dem Abitur“ (Vorstellung von Studien- und Berufswahlmöglichkeiten) hinaus kooperiert das SGS seit einigen Jahren mit der Agentur für Arbeit in Lünen in Form mehrerer freiwilliger Veranstaltungen für die SuS der Sek II. Folgende Veranstaltungen werden von der Berufsberaterin Frau Orlet am SGS durchgeführt: „Berufsfelder“ in der Jahrgangsstufe 12 (11 bei G8) und „ZVS-Info“ in der Jahrgangsstufe 13 (12 bei G8). Außerdem bietet die Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Lünen seit dem Schuljahr 2009/10 ein Bewerbungstraining am SGS an.

Neben diesen Veranstaltungen, die sich vor allem an die gesamten Jahrgangsstufen richten, bietet Frau Orlet uns die Möglichkeit, individuelle Gesprächstermine vor Ort durchzuführen, die von den SuS regelmäßig genutzt werden.

Besuch von Berufs- und Hochschulmessen

SuS des SGS können für den Besuch von Berufs- und Hochschulmessen freigestellt werden. Eine Vorbereitung der Veranstaltungen durch den Fachunterricht kann u. U. gewährleistet werden.

Das Berufspraktikum

Das obligatorische, zweiwöchige Berufspraktikum ist das eigentliche Zentrum der Berufsorientierung des SGS. Es wird deshalb auch in der Jahrgangsstufe 12 (entspricht Jahrgangsstufe 11 bei G8) durchgeführt, um eine größtmögliche Nähe zur tatsächlichen Studien- und Berufswahl der SuS herzustellen.

Die Vorbereitung auf das Berufspraktikum erfolgt sowohl durch die Teilnahme an der Schülerpotenzialanalyse als auch durch die Berufsgespräche innerhalb der Berufsbörse. Außerdem ist es eine Besonderheit des SGS, dass die Schülerinnen und Schüler die Kontaktschulen im Ausland nutzen können, um auch dort ihre Praktika zu absolvieren. Darüber hinaus bieten Fachlehrerinnen und -lehrer die Möglichkeit an, Praktika an Universitäten zu vermitteln.

Grundsätzlich soll allerdings die Suche nach einem Praktikumsplatz durch die SuS selbst erfolgen. Dies folgt konsequent dem Konzept der Eigenverantwortlichkeit. SuS, die bei der Suche nach einem Praktikumsplatz Hilfe benötigen, können auf eine Auflistung von möglichen Praktikumsanbietern und auf die Hilfe des Sekretariats und des Studien- und Berufswahlkoordinators zurückgreifen.

Das Berufspraktikum wird durch die in der Jahrgangsstufe unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer betreut. Dies betrifft sowohl die obligatorischen Gespräche mit den SuS und die Besuche am Ort des Praktikums als auch die Anfertigung und Auswertung des Praktikumsberichts, der bis zur Einführung des Portfolios auf dem Zeugnis der Jahrgangsstufe 12 erscheint und ab dem Schuljahr 2011/12 durch ein Zertifikat qualifiziert wird.

Vor dem Hintergrund der Portfolioarbeit ist dabei aber zu überprüfen, ob der bisher im Rahmen des Praktikums anzufertigende Praktikumsbericht in der jetzigen Form beibehalten werden soll oder sich stärker am Prinzip der Selbstevaluation vor dem Hintergrund der Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit der SuS orientieren sollte.

Fachunterricht, Laufbahnberatung, Arbeitsgemeinschaften

Die grundlegende Bedeutung des Fachunterrichts im Hinblick auf die Berufsorientierung der SuS kann an dieser Stelle zwar erwähnt werden, übersteigt allerdings den Rahmen dieses überfachlichen Konzepts. So finden SuS in den Lehrerinnen und Lehrern ihrer Grund- und Leistungskurse kompetente Ansprachpartner für die betreffenden Berufe und Studienfächer, im Fachunterricht darüber hinaus aber auch eine entsprechende wissenschaftspropädeutische Ausbildung. Dies bedeutet auch: Die Jugendlichen lernen berufsbezogene Schreibformen kennen, thematisieren Aspekte der Arbeitswelt, erproben im Plan- und Rollenspiel praxisnahe Situationen und informieren sich über neue Berufsprofile.

In der Schullaufbahnberatung informieren qualifizierte Lehrkräfte über Bildungsangebote und unterstützen Schülerinnen, Schüler und Eltern bei der Wahl schulischer Bildungswege.

Das SGS bietet den SuS Arbeitsgemeinschaften an, deren explizites Ziel es ist, die Berufsorientierung in Form von zertifizierten Kompetenzen zu stärken: Dazu zählen seit dem Schuljahr 2008/09 Arbeitsgemeinschaften zur Vorbereitung auf die Sprachzertifikatsprüfungen FCE (First Certificate in English) und CAE (Certificate in Advanced English). Außerdem bereitet die ECDL AG auf den Erwerb des Europäischen Computerführerscheins vor.

Die Rechtskunde AG unter Mitarbeit eines externen Experten bereitet auf ein Studium der Rechtswissenschaften vor.

In Vorbereitung befindet sich eine AG zum Projekt „Business@school“ der Boston- Group, die zum Schuljahresbeginn 2011/12 beginnen soll.

Eine weitere AG bereitet auf schreibende Berufe vor: Die Schülerzeitung (Selmer-Bach-Zeitung – kurz SBZ) des SGS ist für Ihre Ausgaben und ihr Online-Magazin bereits mehrfach überregional prämiert worden.

Evaluation

Über das Portfolio als Mittel der Selbstevaluation der SuS hinaus muss im Sinne der Weiterentwicklung des Konzepts der Berufsorientierung in der Sek II ein tragfähiges Evaluationsinstrumentarium entworfen werden.

Dazu erscheinen bei den meisten Veranstaltungen Fragebögen, die im Abstand von zwei Wochen im Anschluss an die jeweilige Veranstaltung verteilt werden sollen, als sinnvoll. Außerdem werden am Ende eines Schuljahres Befragungen durchgeführt. Darüber hinaus ist es notwendig, die tatsächliche Wirkkraft des Konzepts im Abstand von mehreren Jahren zu beurteilen, was bedeutet, dass die Abiturientinnen und Abiturienten des SGS nach 1-2 und 5-6 Jahren beurteilen sollen, inwiefern das Konzept der Berufsorientierung ihnen bei der tatsächlichen Berufswahl hilfreich war.

Download

Das komplette Konzept zur Berufsorientierung in Sekundarstufe I und Sekundarstufe II am SGS als PDF-Dokument zum Download:

Download: Konzept zur Berufsorientierung (PDF, 210 KB)


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