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18.10.2017 – Umstellung auf G9

Ulrich Walter zur Rückkehr zu G9

Foto: Schulleiter Ulrich Walter
Schulleiter Ulrich Walter – Foto: gymnasium-selm.de

Abitur in acht Jahren, Abitur in neun Jahren – was denn nun? Die Rückkehr zu G9 ist ein schwieriger Prozess. Die Ruhr Nachrichten haben den Leiter des Selmer Gymnasiums Ulrich Walter gesprochen und gefragt, wie er die aktuellen Entwicklungen bewertet.

Ins Detail kann der Leiter des Selmer Gymnasiums nicht gehen – unwesentlich dürfte sich das bis zum 30. November ändern. Dann sind alle interessierten Eltern der vierten Grundschulklassen ins Gymnasium eingeladen. Aktuell ist nicht nur für Walter völlig unklar, wie die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren in der Praxis aussehen wird.

„Der Gesetzesentwurf ist in Vorbereitung“, sagte am Mittwoch auf Anfrage Christoph Söbbeler von der Bezirksregierung in Arnsberg. Er geht von einer endgültigen Verabschiedung des Gesetzes im NRW-Landtag kurz vor der Sommerpause 2018 aus. Deutlich früher erhofft sich Walter, der zugleich Vorsitzender der Direktorenkonferenz im Kreis Unna ist, zumindest wichtige Fingerzeige. Für den 4. Dezember – und damit nach Informationsabend und Tag der Offenen Tür am Gymnasium – ist Ulrich Walter zur Dienstbesprechung beim Regierungspräsidenten eingeladen.

Bekannt sind aktuell erste Rahmenbedingungen. Das NRW-Schulministerium kündigt auf seinem Bildungsportal an, dass die „Umstellung auf G9 mit dem Schuljahr 2019/2020 beginnt.“ Allerdings sind von der Rückkehr der längeren Schulzeit auch die Mädchen und Jungen betroffen, die im Sommer 2018 von der Grundschule zum Gymnasium wechseln.

Zwar werde zunächst so getan, als ob sie keine G9-Schüler sind, allerdings sollen sie in der Praxis ihr Abitur erst nach neun Jahren machen“, berichtet Walter von „inoffiziellen Informationen“. Die offizielle Umstellung auf die neunjährige Schulzeit an Gymnasien erfolgt nach Auskunft von Christoph Söbbeler deshalb erst im Sommer 2019, „weil eine Schulgesetzänderung ein längerer Prozess ist.“ Zudem wolle die Landesregierung gut durchdachte Regeln entwickeln.

Beim Rückblick auf die Einführung von G8 kritisiert Walter, dass „Dinge zum Teil übers Knie gebrochen wurden“. Seinerzeit hätten Schulcurricula innerhalb kürzester Zeit geändert werden müssen. Deshalb wäre der Schulleiter froh, „wenn man schon jetzt mehr wüsste. Es wäre interessant zu wissen, wo Stoffe zu erweitern ist, welche weiteren Inhalte künftig vermittelt werden sollen – und vor allem auch, wie es mit zusätzlichen finanziellen Mitteln aussieht.“

Neue Lehrmittel werden nach Einschätzung von Schulleiter Ulrich Walter auf jeden Fall notwendig. „Über Details wird man sprechen müssen.“ Auf Nachfrage ergänzt der Schulleiter, dass es bei der Umstellung auf G8 kein zusätzliches Geld für neue Schulbücher gegeben hat. Gedanken macht sich Walter auch darüber, „wo die zusätzlichen Lehrer herkommen“, wenn die Schüler künftig länger bis zum Abitur lernen.

Bislang gibt es jedoch nur das klare Signal der Landesregierung, dass das Abitur nach neun Jahren ohne einen Beschluss der entsprechenden Schulgremien zum Regelfall an Gymnasien wird. „Schulen, die G8 behalten wollen, müssen es ausdrücklich beschließen“, sagt Christoph Söbbeler.

Die Umstellung auf G9 beginnt nach Auskunft des Ministeriums mit dem Schuljahr 2019/2020. Sie umfasst die Jahrgänge 5 und 6 des Gymnasiums, also auch die Kinder, die zum Schuljahr 2018/2019 im Gymnasium aufgenommen wurden. Eine Erstreckung auf weitere Jahrgänge sei wegen der dann bereits fortgeschrittenen Schullaufbahn nicht beabsichtigt.

Angesichts fehlender Detailinformationen hat es nach Auskunft von Ulrich Walter in der Schulkonferenz am Dienstagabend „nur einen knappen Satz“ zum Thema Rückkehr zu G9 gegeben.“ Weil es sich um eine nichtöffentliche Sitzung handelt, könne er, so Walter auf Nachfrage, nicht ins Detail gehen. Er berichtete jedoch, dass sich „die Schulleitung in der Frage einig ist“. Ein wichtiger Aspekt ist aus Sicht des Schulleiters, dass es bei einer Rückkehr zum G9 ein zentrales Argument für den Besuch einer Gesamtschule wegfällt. „Mit dem Punkt, dass die Schüler ein Jahr mehr Zeit haben, haben sie den ein oder anderen Schüler auch aus Selm gezogen.“

Obwohl Eltern in den letzten Jahren erkannt hätten, dass die Schüler am Selmer Gymnasium mit G8 umgehen können, hätten sich etliche für ihre Kinder ein zusätzliches Jahr bis zum Abitur gewünscht. Daran änderten auch die eingeführten Erleichterungen nichts. Diese Aspekte dürften auch in die Entscheidung der Schulkonferenz einfließen, die sich nach Aussage von Ulrich Walter dann mit der Frage auseinandersetzt, wenn „konkrete Fakten vorliegen“.

An seiner persönlichen Meinung lässt Ulrich Walter keine Zweifel aufkommen. „Als Pädagoge weiß ich, dass es für Jugendliche ganz wichtig ist, Zeit zu haben, um sich und Kompetenzen zu entwickeln.“ Mit Rückblick auf viele Jahre G8, der erste Turbo-Abitur-Jahrgang wurde 2005 eingeschult, sagt Walter: „Dem ein oder anderen hätte es gutgetan, länger an der Schule zu bleiben."

18.10.2017, Ruhr Nachrichten (Thomas Aschwer)

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